ATCC Golfplatzpflege GmbH

Im Frühjahr 2014 wurde von Herrn DI Florian LIST und dem geprüften Headgreenkeeper Gerald Aininger beschlossen, den Golfplatz Maria Taferl in Niederösterreich ausschließlich mit den organischen Naturprodukten BIOVIN von Intertrest zu betreuen. Damit sollte erstmalig in Österreich versucht und demonstriert werden, dass es möglich ist, einen anspruchsvollen Golfplatz ohne chemischen Dünger und ohne chemische Spritzmittel erfolgreich zu pflegen. Diesbezügliche Erfahrungen mit BIOVIN gibt es schon seit einigen Jahren in Holland und Ungarn.

Interview mit DI Florian List & HGK Gerald Aininger - ATCC Golfplatzpflege

Wir betreuen den Platz bereits seit 4 Jahren und kennen die Eigenheiten daher bestens. Der Golfplatz liegt auf einem Plateau in ca. 440 m Seehöhe und wurde mit Quarzsand aus Melk und ohne Zusatzstoffe in der Rasentragschicht gebaut. Geringe Niederschlagsmengen von nur ca. 350 mm pro Jahr, viel Wind, hügeliges Gelände und keine Wasserreserven oder Brunnen für ausreichende Bewässerung erschweren die Pflege. Durch häufige Platzregen werden die wasserlöslichen Nährstoffe schnell ausgewaschen.

Gerald Aininger: Im Jahr 2013 hatte ich sehr mit Anthracnose, Schneeschimmel, Dollarspots, Sommerfusarium, Trockenflecken und Rotspitzigkeit zu kämpfen. Die Aufwandsmenge an handelsüblichem Chemiedünger für Grüns u. Abschläge war etwa 16 – 20 Gramm N / m² und für Fairways 7 Gramm N / m². Die regelmäßig auftretenden Rasenkrankheiten habe ich mit den handelsüblichen Pflanzenschutzmitteln bekämpft - mit wechselndem Erfolg.

Peter Scheider: Auf Grund der oben dargestellten Situation habe ich als Alternative vorgeschlagen, den Golfplatz mit ca. 5000m² Grünsfläche, 3500m² Abschlagsfläche und 8,5 ha Fairwayfläche mit 200 Gramm/m² auf Grüns und Abschlägen, und Fairways mit ca. 100 Gramm Biovin pro m² (1000 kg pro ha) zu düngen. Weiters habe ich zusätzlich als Düngung und Resistenzaufbau Biovin Flüssig(160 L), kombiniert mit biotauglichem Netzschwefel empfohlen. Waren Sie damit zufrieden?

Florian List: Nach anfänglicher Skepsis gegen diese Umstellung wurden wir vom Ergebnis überzeugt und sind heute sehr zufrieden. Außerdem ist es uns gelungen, einen Golfplatz rein nach ökologischen Gesichtspunkten zu pfl egen. In Zeiten, in denen das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer wichtiger wird, konnten wir auch so ein Zeichen setzen.

Gerald Aininger: Wir hatten im eigentlich regenreichen Jahr 2014 dennoch sehr wenig Niederschläge (einmal sogar 8 Wochen kein Wasser für die Grüns!) in Maria Taferl. Dadurch wurde das Gras ein wenig „gelb“ bzw. „braun“, was sich aber bereits mit einer geringen Wassermenge wieder rasch erholte und zu einem hervorragend zu spielenden Platz wurde.

Die Folge waren gute Grüns und weniger Mäharbeiten, da das typisches „Stoßwachstum“ ausblieb. Die Mitglieder und Spieler waren zufrieden.

Peter Schneider: Und was wurde aus den vorher aufgetretenen Rasenkrankheiten?

Gerald Aininger: Das Ergebnis war sensationell. Ich hatte erstmalig keine Anthracnose, keine Dollarspots und fast keine Trockenflecken auf den Grüns! Der Schneeschimmel wurde deutlich weniger. Sommerfusarium war kaum sichtbar, so dass ich keinerlei PSM anwenden musste.

Auch die Fairways haben weniger Rotspitzigkeit aufgewiesen und waren grün, trotz der wenigen Niederschläge. Die natürliche Wasserhaltefähigkeit des Bodens scheint durch das organische Biovin wesentlich besser geworden zu sein. Außerdem habe ich den Rasenschnitt der Grüns mit Biovin kompostiert, was zu einem sehr brauchbaren Zusatzdünger für die Fairways und Roughs geführt hat. Ich führe all diese positiven Effekte auf die starke Nährstoffwirkung der Huminstoffe in Biovin zurück. Um die Divots zu füllen, habe ich den Sand mit 20% Biovin gemischt und beste Wirkungen für rasches Zuwachsen bemerkt.

Peter Schneider: Wie oft haben Sie aerifiziert bzw. Topgedresst?

Gerald Aininger: Topgedresst wurde alle 5 – 6 Wochen mit reinem Sand. Dieses Jahr werde ich den Sand vor dem Ausbringen gleich mit Biovin mischen. Aerifiziert habe ich 2-mal, 10 cm tief, vorher Biovin aufgebracht, dann Sand und danach wurde alles gemeinsam eingeschleppt. Das Ergebnis war, wie geschildert, sehr gut.

Peter Schneider: Gab es Probleme mit Filz oder Moos?

Gerald Aininger: Es gab einige hartnäckige Moosflecken. Die habe ich besonders behandelt. Mit vielen Einstichen und Biovin extra, etwas dicker aufgetragen, erzielte ich gute Ergebnisse. Das Moos wurde ausgedünnt und ist größtenteils verschwunden. Ebenso wurden auch insgesamt Probleme mit dem Rasenfilz wesentlich verbessert. Durch die aktive Mikrobiologie in Biovin hat sich auch der Rasenfilz stark vermindert.

Florian List: Wir haben mit Frau DI Clara Pogner vom AIT (Austrian Institute of Technology / Rasenmonitoring) ein fundiertes Begleitprogramm durchgeführt. Im Frühjahr und im Herbst wurde eine ausführliche Untersuchung der vorhandenen Schadpilze in der Rasentragschicht vorgenommen. Auch hier wurde aussagekräftig bestätigt, was wir am Platz erlebt und gesehen haben.

Peter Schneider: Werden Sie mit diesen positiven Ergebnissen bei der Methode der ökologischen Golfplatzpflege bleiben?

Gerald Aininger: Da wir trotz der schwierigen klimabedingten Voraussetzungen in Maria Taferl wirklich erfreuliche Ergebnisse erzielen konnten, werden wir bestimmt weiter mit BIOVIN arbeiten. Meine anfängliche Skepsis ist verschwunden und ich möchte gerne mit dieser umweltfreundlichen Methode weiterarbeiten. Sollte dennoch einmal ein „Akutfall“ auftreten, haben wir immer noch die Möglichkeit, eine kurzfristige „chemische“ Symptom-Behandlung durchzuführen. Bisher mussten wir aber von dieser „Sicherheitsvariante“ keinen Gebrauch machen.

Florian List: Dieses Jahr werden wir die ökologische Golfplatzpflege in Maria Taferl fortsetzen, da mich sowohl die positiven Ergebnisse, als auch die Umweltverträglichkeit dieses Konzepts überzeugen konnten.